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Bluthochdruck (Hypertonie)

Bluthochdruck entwickelt sich schleichend. Seine Tragweite wird oft erst klar, wenn ernste Folgen wie etwa ein Schlaganfall auftreten. Doch so weit muss es nicht kommen
aktualisiert am 04.10.2017

So einfach lässt sich der Blutdruck messen: Manschette am Oberarm anlegen und aufpumpen, Druck langsam ablassen, Abhören der Geräusche (Armbeuge), dabei Ablesen der Druckwerte

istock/Andrej Popov

Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) steht schon länger auf der Top-Ten-Liste der bedrohlichen Krankheiten weltweit. Die gute Nachricht: In Deutschland hat sich die Zahl der Patienten, die dank Behandlung wieder den Normalbereich erreichen – nach derzeitiger Definition Blutdruckwerte bis 139/89 mmHg –, seit 2008 fast verdoppelt.

Umgekehrt heißt das aber auch: Ein nicht geringer Teil der Patienten ist noch nicht ausreichend behandelt. Allgemeines Ziel bei der Therapie bleibt daher, zuverlässig Werte unter 140/90 mmHg zu erreichen (kontrollierte Hypertonie). Bei bestimmten Patienten mit Bluthochdruck sollten die Werte sogar noch etwas niedriger sein, um empfindliche Organe wie Herz, Gefäße und Nieren besser zu schützen. Mehr dazu im Kapitel "Bluthochdruck (Hypertonie): Therapie".

Blutdruckgrenzwerte

Als normal beziehungsweise hochnormal gelten derzeit Blutdruckwerte bis 139/89 mmHg. Optimal sind Werte unter 120/80 mmHg. Grenzwerte bei der Selbstmessung: 135/85 mmHg. Langzeitmessung: Der Tagesmittelwert soll unter 135/85 mmHg sein, der 24-Stunden-Mittelwert unter 130/80 mmHg. Bluthochdruck bedeutet nach derzeitiger allgemeiner Definition, dass wiederholt Messwerte ab 140/90 mmHg (Messung in der Arztpraxis) vorliegen. Auch wenn die Mittelwerte überschritten werden, ist der Blutdruck zu hoch.

Was passiert bei Bluthochdruck?

Bei Bluthochdruck ist der Druck in den Gefäßen erhöht. Das Problem: Anfangs bereitet das kaum Beschwerden. Daher bleibt Bluthochdruck häufig lange Zeit unerkannt und unbehandelt. Tag für Tag ein zu hoher Druck im Kreislauf – das überlastet auf Dauer jedoch das Herz und andere lebenswichtige Organe. Auch setzt die natürliche Gefäßalterung bei Bluthochdruck früher ein und schreitet schneller fort. Gefäße verkalken vorzeitig (Arteriosklerose). Daher ist Bluthochdruck neben Rauchen, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und Fettstoffwechselstörungen eine führende Ursache von Herz- und Kreislaufkrankheiten, vor allem Herzinfarkt und Schlaganfall. Auch Nieren- und Augenerkrankungen beruhen oft auf zu hohem Blutdruck. Mit der Zeit kann es zu Nierenversagen und Sehbehinderung (hypertensive Retinopathie) kommen. Das Risiko für vorzeitige Invalidität und Tod ist deutlich erhöht.

Daraus folgt: Bluthochdruck wird behandelt, um den erhöhten Druck zu senken und lebensbedrohliche Folgekrankheiten wie Herzinfarkt und Schlaganfall zu verhindern.

Blutdruck-Tachometer

Erfahren Sie spielerisch in einer animierten Infografik, welche Bluthochdruckgrenzwerte Ärzte unterscheiden

Bluthochdruck kommt überwiegend als Bluthochdruck "an sich", das heißt als primäre Hypertonie, vor. Nur bei etwa zehn bis 15 Prozent der Betroffenen sind andere Erkrankungen die Ursache, etwa der Nieren, Nebennieren oder der Schilddrüse. Ärzte nennen das sekundäre Hypertonie. Mit der Behandlung der Ursache normalisiert sich der erhöhte Blutdruck hier meist.

Symptome bei erhöhtem Blutdruck

Anfangs fehlen Beschwerden häufig. Später können zunächst allgemeine Symnptome auftreten wie Schwindel, Kopfschmerzen, Herzklopfen oder -stolpern, Kurzatmigkeit bei Belastung, Nervosität, manchmal auch Schlafstörungen (mehr dazu im Kapitel "Bluthochdruck (Hypertonie): Symptome"). Weitere Krankheitszeichen hängen von möglichen Gefäß- und Organschäden durch den erhöhten Druck ab.

! Achtung: Plötzliche Sehstörungen, zum Beispiel Doppelbilder, außerdem Symptome wie Kribbeln, Taubheitsgefühl oder eine Lähmung auf einer Körperseite – am Arm, Bein oder im Gesicht (verdächtig hier: Gesicht einseitig verzogen, hängender Mundwinkel) –, eine Sprachstörung oder plötzlich auftretende starke Kopfschmerzen können Warnzeichen oder Symptome eines Schlaganfalls sein: Unverzüglich den Notarzt (Rettungsleitstelle, Notruf 112) alarmieren!

Bluthochdruck: Diagnose

Wiederholte Druckmessungen und eine Langzeitmessung des Blutdrucks können die Diagnose bestätigen. Soweit noch nicht bekannt, klärt der Arzt ab, ob weitere Risikofaktoren für Herzkreislauferkrankungen (siehe Kapitel "Bluthochdruck – Ursachen, Risikofaktoren") vorliegen. Dabei geht es zum einen um familiäre Vorbelastung und den Lebensstil. Stichworte: Körpergewicht, Bewegungsmangel, Stress, Ernährung (Kochsalzverzehr, Alkoholkonsum), Rauchen. Zum anderen sind Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Fettstoffwechselstörungen mit zu hohem Cholesterin und ein erhöhter Harnsäurespiegel / Gicht im Fokus des Arztes. Das heißt: Er geht einem entsprechenden Verdacht nach und behandelt krankhafte Veränderungen nach den geltenden Standards.

Auch wenn der Arzt Folgeschäden durch den Bluthochdruck vermutet, wird er ergänzende Untersuchungen veranlassen, unter anderem eine Kontrolle beim Augenarzt. Bei Hinweisen auf eine sekundäre Hypertonie sind weiterführende Diagnosemaßnahmen notwendig. Mehr dazu im Kapitel "Bluthochdruck (Hypertonie): Diagnose".

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Therapie: Zu hohen Blutdruck senken, gesund leben

Gesund leben ist so etwas wie eine universelle Arznei. Vor allem auf zwei Punkte kommt es an: eine ausgewogene, möglichst salzarme Ernährung und regelmäßige Bewegung. Auch die seelische Verfassung nimmt Einfluss auf den Blutdruck. Weniger Stress und Alkohol, dazu natürlich auch Nichtrauchen tun ein Übriges. Bei Übergewicht sollte man dauerhaft abnehmen. All das hilft, den Blutdruck im grünen Bereich zu halten.

Wenn nicht, können zahlreiche gut wirksame und verträgliche Medikamente einen zu hohen Blutdruck senken. Meistens ist es eine Dauertherapie. Mehr dazu im Therapie-Kapitel in diesem Beitrag. Am gesunden Lebensstil sollte man trotzdem festhalten, da er die Behandlung unterstützt.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

 




Bildnachweis: W&B/Martin Ley, PhotoDisc/ RYF, istock/Andrej Popov, W&B / Röper
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